Kindheit

Wenn man sich in einem ruhigen Moment hinterfragt, warum man unbedingt den Hund als das favorisierte Haustier ausgesucht hat, kommen die ältesten Geschichten des eigenen Lebens an die Oberfläche unserer Erinnerungen.
Mein Mann behauptet, dass es für seine Entscheidung ganz simple und nachvollziehbare Motivationen gab. In seiner Kindheit verbrachte er den größten Teil der Ferien bei seinen Großeltern mütterlicherseits in einer Försterei. Dort lebten mit seinem Großvater, der Revierförster und Imker war, und seiner Großmutter, die den ländlichen Haushalt schmiss, zwischen 2 bis 5 Jagd- und Gebrauchshunde. Diese wunderschöne unvergessene Zeit zusammen mit Dackeln, Deutsch Drahthaar, Pointern und Weimaranern war für ihn Grund genug, in unserem Haus mindestens einen dieser Gesellen aufzunehmen.
Ich hatte mit 9 Jahren meinen ersten Hund. "Falko" war ein Cocker Spaniel-Münsterländer Mischling. Dementsprechend aufgedreht war mein Liebling – aber ich war ja Kind und auch selber aufgedreht. Jedenfalls war von Hundeerziehung noch keine Rede. Aber schon damals habe ich Tricks mit meinem Hund eingeübt. Auch für mich war immer klar, dass ein Leben ohne Hund möglich aber sinnlos ist.
 

Der Anfang

"Jack", ein Golden Retriever, wurde 1994 unmittelbar nach den Fußballweltmeisterschaften in den USA ein treuer Begleiter meines Mannes. Damals, am Ende seines Studiums,  dachte er, dass so ein wuscheliger Geselle ihm die angepeilten Doktorenfüße in der universitären Bibliothek wärmen könnte. Spätestens mit diesem tierischen Freund war der lebenslange Bund mit den Vierbeinern für ihn beschlossene Sache.
Bei mir kam zu "Falko" dann 1992 noch ein schneeweißer Chihuahua. "Axel" war bis 2007 ein zwar sehr kleiner aber desto treuerer Begleiter.

Mittendrin

Es sollte ein rothaariger Kater sein. Ohrenzipfel wie ein Lux. Ein pfiffiges Gesicht wie Garfield. Nur nicht ganz so fett. Es wurden zwei Katzen. Der angepeilte Kater und eine seiner Wurfschwestern, die leider einer Fehlvermittlung zum Opfer gefallen war. Heute sind wir froh, dass wir sowohl "Leo" als auch "Ashley" bei uns zu Hause wissen. Irgendwie ersetzten beide Anfangs den nicht existenten Hund. Und so eine Maine-Coon-Katze kann das hervorragend. Läuft lange tapfer Fuß und jault tags und nachts wie ein Schlosshund.
Irgendwie waren die beiden aber doch kein vollwertiger Hundeersatz. Deshalb trat "Alf" von Winnenden – ein tricolor Beagle – in unser Leben. Während seiner Grunderziehung bekamen wir es erstmals mit Agility Spielgeräten zu tun. Bei der weiteren Beschäftigung mit dieser überaus interessanten Hund-Mensch Sportart lernten wir dann auch zwangsläufig zweibeinige Border Collie Besitzer kennen und ihre vierfüßigen Gefährten schätzen. Außerdem war uns diese Hunderasse seit dem legendären Auftritt von Border Collie Rico 1999 in „Wetten, dass…“ als hochbegabter Familienbegleiter bekannt geworden. Als dann mein Mann in einer Berliner Sonntagszeitung einen Artikel mit nach Hause brachte, in dem die intellektuellen Fähigkeiten einzelner Hunderassen mit Glühbirnen bewertet wurden und der Border Collie mit „DREI GLÜHBIRNEN PLUS“ das Hundefeld anführte war plötzlich klar: es muss ein Border Collie ins Heim!

Aufbruch ins Unbekannte

Der erste Border Collie der zu uns kam, war „Jack Daniels vom Rhöner Land“. Eigentlich als „Jaden“ geboren, weckte die namentliche Umbenennung ganz viele Erinnerungen an den Golden Retriever aus den 90iger Jahren. "Jack" entwickelte sich schnell zu einem gut ausgebildeten Begleithund, einem topfiten aktiven Agility Sporthund, aber auch einer anhänglichen Schmusekatze, die einem Abends stundenlang auf der Couch auf den Knien liegen kann. In dieser Hinsicht hat er "Leo" und "Ashley" lange den Rang abgelaufen.
Im Laufe der Zeit wurde der Wunsch in uns größer, diese Hunderasse selber zu züchten. Nach intensiver Auseinandersetzung mit der Materie war dann auch schnell klar, dass wir innerhalb des FCI/VDH züchten wollen. Deshalb machten wir uns auf die Suche nach einer für uns geeigneten Zuchthündin.
Der Kennel „Broadmeadows“ von Johannes Willwacher und Dirk Eulberg erschien uns von Anfang an als ein fantastischer Ort, um eine Hündin zu bekommen, die den Rassestandards des FCI vorzüglich entspricht. Am 19.02.2017 war es dann soweit. Der E-Wurf kam in Rennerod auf die Welt, fünf gesunde „Sonntagskinder“, zwei Rüden und drei Hündinnen. Wir hatten uns sofort in eine der Hündinnen verliebt und waren riesig erfreut, als wir von den Züchtern erfuhren, dass wir genau diese Hündin bekommen durften: „Broadmeadows Emotion in Motion“.
Am 20.04.2017 hatte das Warten dann endlich ein Ende. Wir konnten unser kleines Welpenmädchen „Enya“ zu uns nach Hause holen. Inzwischen ist aus dem Winzling eine tolle Hündin geworden, die am 09.09.2018 in Neckarsulm in die Körklasse 1 eingestuft wurde.
Am 18.10.2018 erhielten wir vom FCI/VDH die Mitteilung, dass unserem Wunsch entsprochen werden konnte und unser Zwinger den Namen „Treasure of Woodhouse“ tragen wird. Der nächste wichtige Schritt war die Abnahme unserer Zuchtstätte durch die VDH-Landesgruppe Baden-Pfalz im Club für Britische Hütehunde e.V. am 04.12.2018.
Alle Vorrausetzungen sind nun geschaffen, um unseren A-Wurf zu planen.

© Nicole Bürger