In einem Land vor unserer Zeit
Dreifarbig war er. Weiß nur an Stirn, Schnauze, Brust, Pfoten und Schwanzspitze. Er lebte in Woodhouse.
Die Mutter Meg eine verschlossene „strong-eyed“ Hündin. Der Vater Roy ein schwarz-weiß-brauner Hütehund, „loose-eyed“ und herzlich freundlich im Wesen.
Im September 1893 wurde "Old Hemp", der Stammvater der Hunderasse Border Collie in West Woodburn, Northumberland geboren. Er kam im Alter von sechs Wochen zum ersten Mal mit Schafen in Kontakt und zeigte sehr schnell seine herausragenden Qualitäten bei der Schafhütung. Seine gelassene, überaus ruhige und freundliche Art beim Treiben der Schafe war nur eins der besonderen Abgrenzungsmerkmale gegenüber den Hunden jener Zeit. Seine hohe Konzentration beim Hüten führte ab und an dazu, dass der ganze Körper zitterte. Diese souveräne Hütearbeit verdiente sich im Laufe der Zeit den Namen Border-Collie-Stil.
Von Old Hemps Besitzer Adam Telfer ist folgende Äußerung erhalten geblieben: „he flashed like a meteor across the sheepdog horizon. There never was such an outstanding personality“.
Old Hemps Arbeit beeindruckte den Buchautor Eric Halsall derartig, dass dieser uns eine wundervolle Bemerkung hinterließ: „None who saw Old Hemp work ever forgot him. Almost faultless in his work. He was born with such knowledge of his craft that he never required training and went to his work naturally“.
Es ist kaum möglich, die Besonderheit dieser grandiosen Hunderasse treffender zu beschreiben und festzustellen, dass diese Ausnahmefähigkeiten dem Border Collie genetisch inne wohnen.

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Border Collie Rassestandard

Der Rassestandard des Border Collie ist beim FCI (Federation Cynologique Internationale – weltweit größter Dachverband für das Hundewesen) unter der Standard-Nr. 297 definiert.

 

Der Border Collie findet seine Verwendung als Herdenhund.
 

Diese Rasse wurde in der FCI Klassifikation in die Gruppe 1 „Hütehunde und Treibhunde“

(ausgenommen Schweizer Sennenhunde) aufgenommen. 
 

Zu seinem Allgemeinen Erscheinungsbild zählt, dass der Border Collie als ein gut proportionierter Hund gilt. Die geschmeidigen Außenlinien zeigen Qualität, Anmut und vollkommene Harmonie in Verbindung mit genügend Substanz. Dadurch entsteht der Eindruck, dass der Hund zu einer ausdauernden Leistung befähigt ist. Jegliche Tendenz zur Plumpheit oder Schwäche ist unerwünscht.
 

Wichtige Proportionen: Oberkopf und Nasenrücken sind nahezu gleich lang. Die Länge des Körpers übertrifft leicht die Widerristhöhe.
 

Der Border Collie zeigt im Verhalten /Charakter (Wesen), dass er ein zu harter und ausdauernder Arbeit fähiger Hund von guter Führigkeit ist. Außerdem ist er aufgeweckt, aufmerksam, empfänglich und intelligent. Er zeigt weder Nervosität noch Aggressionen.
 

 Anatomie des Border Collie
 

Kopf:
 

Oberkopf: Schädel ziemlich breit, Hinterhaupthöcker nicht ausgeprägt. Stop: sehr ausgeprägt
 

Gesichtsschädel:
 

Nasenschwamm: Schwarz, außer bei braunen oder schokoladefarbenen Hunden, wo er braun sein darf. Bei blauen Hunden sollte er schieferfarben sein. Nasenlöcher gut entwickelt.
 

Fang: Mäßig kurz und kräftig, sich zur Nase hin verjüngend.
 

Kiefer/ Zähne: Zähne und Kiefer kräftig mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiss, wobei die Schneidezähne des Oberkiefers in engem Kontakt die Schneidezähne des Unterkiefers überlappen und senkrecht im Kiefer gestellt sind.
 

Backen: Weder voll noch abgerundet.
 

Augen: Weit auseinanderstehend, oval, von mittlerer Größe und braun, außer bei Merles, wo ein Auge oder beide Augen teilweise oder ganz blau sein dürfen. Ausdruck sanft, aufgeweckt, aufmerksam und intelligent.
 

Ohren: Von mittlerer Größe und Textur, weit auseinanderstehend, aufrecht oder halb aufrecht getragen, ausdrucksvoll beweglich.
 

Hals: Von guter Länge, kräftig und muskulös, leicht gewölbt, zu den Schultern hin breiter werdend.
 

Körper: 
 

Von athletischem Aussehen. Etwas länger als die Höhe am Widerrist.
 

Lenden: Breit, muskulös, aber nicht gewölbt.
 

Brust: Tief und ziemlich breit, Rippen gut gewölbt.
 

Rute: Mäßig lang, mit ihrem letzten Wirbel mindestens bis zum Sprunggelenk reichend, tief angesetzt, gut behaart, mit einem Aufwärtsschwung am Ende, der die anmutige Außenlinie und Harmonie des Hundes abrundet. Im Erregungszustand kann die Rute höher, aber nie über dem Rücken getragen werden.
 

Gliedmaßen:
 

Vorderhand: Vorderläufe, von vorne gesehen, parallel. Knochen kräftig, aber nicht grob.
 

Schultern: Gut zurückgelegt.
 

Ellenbogen: Dicht am Körper anliegend.
 

Vordermittelfuß: Von der Seite betrachtet leicht schräg gestellt.
 

Vorderpfoten: Oval, Ballen gut gepolstert, kräftig und gesund. Zehen gewölbt, eng aneinanderliegend. Krallen kurz und kräftig.
 

Hinterhand: Breit und muskulös, von der Seite gesehen anmutig zum Rutenansatz hin verlaufend.
 

Oberschenkel: Lang, kräftig und muskulös.
 

Kniegelenk: Gut gewinkelt.
 

Sprunggelenk: Kräftig, tiefl. angesetzt. Vom Sprunggelenk bis zum Boden starker Knochenbau, von hinten gesehen parallel.
 

Hinterpfoten: Oval, Ballen gut gepolstert, kräftig und gesund. Zehen gewölbt, eng aneinanderliegend. Krallen kurz und kräftig.
 

Gangwerk: Die Bewegung soll frei, fließend und unermüdlich sein, wobei die Pfoten möglichst wenig angehoben werden, damit sich der Hund schleichend und mit großer Geschwindigkeit bewegen kann.
 

Haarkleid Haar:
 

Zwei Haarvarietäten sind anerkannt,
1) mäßig langes Haar
2) Kurzhaar.

 

Bei beiden Varianten ist das Deckhaar dicht und von mittlerer Textur, die Unterwolle weich und dicht, was dem Border Collie einen wetterfesten Schutz verleiht. Bei der mäßig langen Haarvarietät bildet das reichliche Haarkleid Mähne, Hosen und Fahne. An Gesicht, Ohren, Vorderläufen (ausgenommen Federn) und Hinterläufen vom Sprunggelenk bis zum Boden soll das Haar kurz und glatt sein.
 

Farbe:
Eine Vielfalt von Farben ist erlaubt, wobei Weiß nie vorherrschen soll.
 

Größe:
Ideale Widerristhöhe bei Rüden : 53 cm, Hündinnen : etwas weniger.
 

Fehler:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes und seine Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen, zu beachten ist.
 

Disqualifizierende Fehler:
Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde sowie Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
 

Nachbemerkung:
Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, welche sich vollständig im Hodensack befinden.

© Nicole Bürger